Bald ist es wieder soweit: vom 25. Juni bis 3. Juli ist entlang der Isarmeile wieder Filmfest-Zeit. Und in diesem Jahr gilt es sich gegenüber der Fussball-WM in Südafrika zu behaupten - denn sämtliche Achtel- und Viertelfinal-Begegnungen finden in der Filmfestwoche statt. Ob es wohl daran liegt, dass dieses Jahr ein besonderer Festivalschwerpunkt auf das Filmland Indien und das neue indische Kino gelegt wird - wo doch viele Männer geradezu allergisch auf Bollywood-Produktionen reagieren und lieber meditativ auf rollende Bälle starren? Festivalleiter Andreas Ströhl, der für die Programmauswahl der neuen Reihe allein etwa 150 indische Filme gesichtet haben soll, jedenfalls schwärmt: “Das sind höchst spannende Filme, die man einfach gesehen haben muss” und beruhigt zugleich diejenigen Kinogänger, die sich bislang mit indischen Filmen nicht anfreunden konnten, mit dem Hinweis, dass das neue indische Kino vor allem den Geschmack der westlich orientierten Mittelschicht Indiens treffen will, die “nicht nur Traumwelten und Tanzeinlagen, sondern spannende Unterhaltung und Realitätsbezug” sucht.

Philosophisch mutet das diesjährige Motto der Open-Air Reihe an, die an den sieben Festivalabenden am Gasteig “Das Sein” erörtern möchte. Ein erster Blick auf die Filmauswahl beruhigt jedoch, geht es doch eher um “Die unerträgliche Leichtigkeit des Sein”, Lubitschs Klassiker “Sein oder Nichtsein” oder eine kurzweilige Visite in John Malkovichs Kopf (”Being John Malkovich”).

Leichtigkeit und Party versprechen auch die neue Begegnungsmöglichkeit “Filmmakers Live” täglich um 15 Uhr und 22 Uhr in der Lounge im Gasteig sowie die Party zum Festivalauftakt am 26. Juni, denn da legen die DJs der Jalla-Party gemeinsam mit den Zündfunk-DJs im Muffatwerk auf.

Vertraut wirken die bestens etablierten Filmreihen - das Internationale Programm, die American Independents, das Nouveau Cinéma Francais, die Visiones Latinas und der Fokus Fernost sowie das Kinderfilmfest, die Neuen Deutschen Kinofilme und Deutschen Fernsehfilme. Die Retrospektive ist einer vollständigen Werkschau des österreichischen Regisseurs Ulrich Seidl (”Hundstage”, “Import/Export”) gewidmet.

Um die Wartezeit auf das Filmfest zu verkürzen gibt es in diesem Jahr erstmals und in Kooperation mit der Volkshochschule die “Begegnung Filmfest”, fünf Informations- und Gesprächsabende, bei denen Programmmacher und Filmkritiker aktuelles Filmschaffen vorstellen und in das diesjährige Festivalprogramm einführen.

Publikumsnähe bieten auch das Festival-Blog und die Vernetzungs- und Informationsmöglichkeiten auf Facebook, twitter und youtube.

Das Festivalprogramm wird am 7. Juni veröffentlicht, am 14. Juni beginnt der Online-Kartenvorverkauf, an den Filmfestkassen im Gasteig beginnt der Vorverkauf am 17. Juni.